Wer einen Online Shop betreibt, kommt an Google Shopping kaum vorbei. Produktanzeigen mit Bild, Preis und Händlername stehen bei kommerziellen Suchanfragen ganz oben – oft noch über den klassischen Textanzeigen.
Nur ist der Weg dorthin heute etwas anders, als viele Anleitungen es beschreiben.
Was ist Google Shopping?
Google Shopping ist der Produktbereich der Google-Suche. Du gibst einen Begriff ein, zum Beispiel „Laufschuhe“, und wechselst auf den Reiter „Shopping“ – dort erscheinen Produkte aus verschiedenen Shops, filterbar nach Preis, Marke, Größe und weiteren Merkmalen.
Ein verbreiteter Irrtum: dass dort ausschließlich bezahlte Ergebnisse stehen. Das war einmal so. Seit Google 2020 die kostenlosen Produkteinträge eingeführt hat, enthält der Shopping-Tab beides. Laut Google können Produkte kostenlos in vielen Bereichen von Google erscheinen – in der Suche, im Shopping-Tab und in Google Maps. Die bezahlten Shopping-Anzeigen laufen zusätzlich auf den dafür vorgesehenen Anzeigenflächen.
Für dich heißt das: Ein sauber gepflegter Produktdatenfeed bringt schon ohne Werbebudget Sichtbarkeit. Anzeigen kaufst du obendrauf, wenn du mehr willst.
Für wen lohnt sich Google Shopping?
Nicht für jeden Shop gleich stark. Gute Voraussetzungen sind:
- Produkte mit echtem Suchvolumen. Wonach niemand sucht, kann auch nicht gefunden werden.
- Ein überschaubares Wettbewerbsumfeld. Je mehr Händler dasselbe Produkt bewerben, desto teurer wird der Klick und desto stärker entscheidet der Preis.
- Saubere Produktdaten. Titel, Bilder, GTIN, Verfügbarkeit und Preis müssen stimmen und aktuell sein – daran scheitern die meisten Konten.
- Eine Seite, die verkauft. Kampagnen bringen Klicks. Ob daraus Bestellungen werden, entscheidet die Produktseite.
Fehlt der letzte Punkt, holst du dir mit der besten Kampagne nur teuren Traffic ins Haus.
Schritt für Schritt zur Shopping-Kampagne
1. Merchant Center einrichten
Im Google Merchant Center legst du dein Konto an und spielst deinen Produktdatenfeed ein. Bei Shopify läuft das in der Regel über die Google-&-YouTube-App, die den Feed automatisch synchronisiert. Die alte Merchant-Center-Oberfläche wurde zum 30. September 2024 durch Merchant Center Next abgelöst – ältere Klickpfade aus Anleitungen passen deshalb oft nicht mehr.
2. Ein CSS auswählen
Dieser Schritt fehlt in fast jeder Anleitung, ist in Deutschland aber Pflicht. Seit dem EU-Kartellverfahren werden Shopping-Anzeigen und kostenlose Produkteinträge hier über einen Comparison Shopping Service (CSS) ausgeliefert. Google Shopping selbst ist eines dieser CSS und steht im Wettbewerb mit zertifizierten Drittanbietern; die Regelung gilt unter anderem für Deutschland, Österreich und die Schweiz.
Die Wahl des CSS ist kein Formalie-Häkchen, sondern ein Kostenhebel – die Anbieter unterscheiden sich in Konditionen und Abrechnung. Ein Vergleich lohnt sich vor dem Start.
3. Kampagne in Google Ads aufsetzen
Das Werbekonto heißt seit dem 24. Juli 2018 Google Ads, nicht mehr AdWords – Anleitungen, die noch von AdWords sprechen, sind entsprechend alt. Für Produktanzeigen hast du heute zwei Kampagnentypen: die Standard-Shopping-Kampagne mit mehr manueller Kontrolle und Performance Max, das kanalübergreifend automatisch aussteuert. Die früheren smarten Shopping-Kampagnen wurden bis September 2022 vollständig auf Performance Max umgestellt und existieren nicht mehr.
Was danach kommt
Google Shopping ist kein einmaliges Projekt. Sortimente ändern sich, Preise auch, und ein Feed, den niemand pflegt, produziert nach ein paar Monaten vor allem Ablehnungen im Merchant Center.
Richtig aufgesetzt ist es aber einer der direktesten Wege, Produkte genau dann zu zeigen, wenn jemand danach sucht. Wenn du unsicher bist, ob sich der Aufwand für dein Sortiment rechnet: Als E-Commerce Agentur aus Bremen schauen wir uns das an – und sagen dir auch, wenn etwas dagegen spricht.

