Kurz gesagt: CompliancePilot prüft deinen Shopify-Shop auf neun EU-Pflichten und zeigt sie als Ampel-Liste mit der jeweiligen Rechtsgrundlage. Drei davon – Widerrufsbutton, EU-Gewährleistungslabel und 30-Tage-Bestpreis – löst die App direkt selbst. Wir haben sie gebaut, weil wir bei Kundenshops immer wieder dieselben Lücken gefunden haben.
Die EU hat in kurzer Folge mehrere Pflichten für Onlineshops eingeführt, und sie haben eines gemeinsam: Sie betreffen jeden B2C-Shop, sie haben einen Stichtag, und sie stehen in keinem Shopify-Standard. Wer sie nicht kennt, merkt nichts – bis jemand hinschaut.
Welche EU-Pflichten betreffen deinen Shop gerade?
Drei Termine, die Shopbetreiber in Deutschland betreffen:
- Seit dem 19. Juni 2026 brauchen Onlineshops einen dauerhaft sichtbaren Widerrufsbutton (Richtlinie (EU) 2023/2673, § 356a BGB). Kunden müssen einen Vertrag genauso einfach widerrufen können, wie sie ihn geschlossen haben – über eine Schaltfläche, nicht über ein Kontaktformular.
- Ab dem 27. September 2026 ist bei B2C-Verkäufen das EU-Gewährleistungslabel Pflicht (Richtlinie (EU) 2024/825, Durchführungsverordnung (EU) 2025/1960). Es muss beim Kauf sichtbar sein – und bei Herstellergarantien über 24 Monate kommt das GARAN-Label dazu.
- Bereits gültig ist die Pflicht zum 30-Tage-Bestpreis bei Rabatten (§ 11 PAngV): Wer einen Preis durchstreicht, muss den niedrigsten Preis der letzten 30 Tage angeben.
Dazu kommen die Dauerbrenner: Impressum mit E-Mail und Telefonnummer, erreichbare Widerrufsbelehrung, abrufbare AGB, ein wirksames Consent-Banner – und seit August 2026 der Hinweis, dass der veraltete Link zur OS-Plattform aus dem Impressum verschwinden muss.
Was CompliancePilot prüft
Nach der Installation läuft eine Analyse über den Shop. Sie lädt die öffentlich sichtbaren Seiten, sieht sich Produktdaten über die Shopify-Admin-API an und wertet aus. Das Ergebnis ist eine Liste mit neun Befunden, jeder mit Ampelstatus, Erklärung und – das war uns wichtig – einem Link auf die amtliche Quelle:
| # | Prüfung | Rechtsgrundlage |
|---|---|---|
| 1 | Firmendaten hinterlegt | Art. 246a EGBGB, § 356a BGB |
| 2 | Widerrufsbutton sichtbar | RL (EU) 2023/2673, § 356a BGB |
| 3 | Gewährleistungslabel auf der Produktseite | RL (EU) 2024/825, DVO (EU) 2025/1960 |
| 4 | Impressum mit E-Mail und Telefonnummer | § 5 DDG, Art. 246a EGBGB |
| 5 | Widerrufsbelehrung erreichbar | Art. 246a EGBGB |
| 6 | AGB abrufbar und speicherbar | § 312i BGB |
| 7 | Kein veralteter OS-Plattform-Link | VO (EU) 2024/3228, § 5 UWG |
| 8 | Verpackungspflichten beim EU-Auslandsversand | VO (EU) 2025/40 |
| 9 | Consent-Banner aktiv | § 25 TDDDG, Art. 7 DSGVO |
Die Rechtslinks sind eine gepflegte Liste im Code, keine KI-Ausgabe. Bei Rechtsquellen ist das der Unterschied zwischen einem Hinweis und einem Risiko.
Zwei Dinge sagt die App dabei offen: Sie liefert automatisierte Hinweise auf Basis öffentlich sichtbarer Shop-Inhalte und ersetzt keine Rechtsberatung. Und sie unterscheidet sauber zwischen Befunden, die sie selbst beheben kann, und solchen, bei denen sie nur den Weg zeigt.
Die drei Funktionen, die die App selbst löst
EU-Widerrufsbutton mit Widerrufsverwaltung
Die App bringt den Widerrufsbutton als Theme-Baustein mit und dahinter eine komplette Bearbeitungsstrecke. Eingehende Widerrufe landen in einer Übersicht mit den Status Neu, In Bearbeitung und Erledigt, jeder Eintrag mit Bestellnummer, Grund und Zeitpunkt. Der Kunde bekommt eine Eingangsbestätigung – im kostenlosen Plan per Klick, ab dem Basic-Plan automatisch und mit eigener Vorlage.
Die Vorlage lässt sich mit Variablen wie {{bestellnummer}}, {{datum}} und {{widerrufs_id}} füllen, und daneben steht eine Live-Vorschau mit Beispieldaten. Klingt nach Kleinigkeit, spart aber die Runde „speichern, Testbestellung, gucken, korrigieren".
Wichtig, weil es oft falsch gemacht wird: Die Bestätigung bestätigt den Zugang der Erklärung, nicht die Wirksamkeit des Widerrufs. Die Prüfung erfolgt getrennt. Genau so steht es auch in der mitgelieferten Vorlage.
GARAN-Label für Herstellergarantien
Auf der Seite „Herstellergarantien (GARAN)" hinterlegst du pro Produkt die Garantiedauer in Monaten, optional den Geltungsbereich („Herstellergarantie auf Material und Verarbeitung") und zwei Angaben, auf die es rechtlich ankommt: ob die Garantie für den Kunden kostenlos ist und ob sie das gesamte Produkt umfasst oder nur Einzelteile.
Das GARAN-Label greift erst bei Garantien über 24 Monate – darunter ist es die normale gesetzliche Gewährleistung. Auf Wunsch versieht die App alle Produkte mit Label automatisch mit dem Shopify-Tag „GARAN-Label", damit du sie im Produkt-Listing filtern kannst.
30-Tage-Bestpreis
Die Seite „Preisrabatte" listet alle aktuell rabattierten Varianten mit ihrem 30-Tage-Bestpreis. Die Anzeige auf der Produktseite pflegt die App automatisch – du siehst im Admin nur, ob deine Rabatte sauber sind.
Das Protokoll: der Teil, den man erst braucht, wenn es zu spät ist
Jeder Widerruf, jede versandte Bestätigung, jeder Statuswechsel und jede DSGVO-Anfrage landet mit Zeitstempel in einem Protokoll. Es lässt sich über den Druckdialog als PDF sichern.
Der Nutzen zeigt sich nur in einem Fall – aber dann vollständig: wenn jemand behauptet, sein Widerruf sei nie angekommen. Ein Protokoll mit Eingangszeitpunkt, Bestätigungszeitpunkt und Statusverlauf ist ein anderer Gesprächsstand als „müsste eigentlich".
Was wir bewusst nicht gebaut haben
Einen eigenen Cookie-Banner. Das war eine Entscheidung gegen ein naheliegendes Feature, und wir stehen dazu: Zuverlässiges Vorab-Blocken fest im Theme verdrahteter Skripte ist technisch nicht wasserdicht, und ein Consent-Tool, das nur fast funktioniert, ist bei einer Compliance-App das falsche Versprechen. Shopify bringt einen kostenlosen Banner mit, und der CMP-Markt ist gut besetzt. Die Analyse erkennt, ob ein Banner aktiv ist – aktivieren musst du ihn selbst.
Aus demselben Grund aktiviert die App auch Shopifys nativen Banner nicht automatisch, obwohl es technisch ginge. Wir halten es für falsch, im Namen eines Shops eine Einwilligungslösung scharf zu schalten, ohne dass jemand bewusst darauf geklickt hat.
Was kostet die App?
Es gibt drei Stufen, und die Compliance-Analyse mit allen neun Checks ist in jeder enthalten – auch kostenlos. Die kostenpflichtigen Stufen heben die Mengengrenzen an (Widerrufe pro Monat, Produkte mit GARAN-Label, rabattierte Produkte) und schalten automatische Bestätigungsmails, eigene Vorlagen und die Automatisierungen frei. Beide bezahlten Stufen haben 14 Tage Testzeit, abgerechnet wird über Shopify.
Wir halten das für die richtige Aufteilung: Wissen, was im Shop fehlt, sollte nichts kosten. Bezahlt wird für die Arbeit, die die App dir danach abnimmt.
Häufige Fragen
Für welche Shops ist das gedacht? Für B2C-Shops, die nach Deutschland und in die EU verkaufen. Wer ausschließlich B2B verkauft, braucht Widerrufsbutton und Gewährleistungslabel nicht.
Ersetzt die Analyse eine anwaltliche Prüfung? Nein. Sie findet die Lücken, die man automatisiert finden kann. Die Rechtstexte selbst kommen weiterhin von einer Kanzlei – wie das zusammenspielt, steht in unserem Beitrag zu Rechtstexten in Shopify.
Wie oft sollte man die Analyse laufen lassen? Nach jeder Theme-Änderung und nach jeder neuen App. Beides kann Elemente aus dem Shop werfen, ohne dass es auffällt.
Wann ist die App im Shopify App Store verfügbar? Die Einreichung läuft. Sobald sie freigegeben ist, verlinken wir sie hier direkt.
Dieser Beitrag beschreibt, was unsere App prüft, und ist keine Rechtsberatung. Die genannten Rechtsgrundlagen sind zum Nachlesen verlinkt – im Zweifel entscheidet die Bewertung durch eine Kanzlei.

